Demenzfreundliche Bestattung auf dem Kongress der Deutsche Alzheimer Gesellschaft
Wie können Menschen mit Demenz einbezogen werden, wenn ein geliebter Mensch stirbt?
Diese Frage steht im Mittelpunkt unserer Arbeit rund um die demenzfreundliche Bestattung. Am 16. Oktober 2026 dürfen wir dieses Thema auf dem 13. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in Magdeburg vorstellen.
Darüber freuen wir uns sehr.
Demenzfreundlich – auch beim Abschied
Wenn über eine demenzfreundliche Gesellschaft gesprochen wird, geht es häufig um Pflege, Betreuung, Wohnen und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Doch das Leben mit Demenz umfasst mehr.
Menschen mit Demenz erleben auch Verlust. Ein Partner oder eine Partnerin stirbt. Ein Familienmitglied oder ein vertrauter Mensch fällt weg. Plötzlich verändert sich etwas, das vielleicht jahrzehntelang selbstverständlich war.
Dann entstehen besondere Fragen.
Wie erzählen wir einem Menschen mit Demenz, dass ein geliebter Mensch gestorben ist? Was tun wir, wenn diese Information immer wieder vergessen wird? Wie bereiten wir auf eine Aufbahrung oder Trauerfeier vor? Welche Rolle können vertraute Rituale spielen? Und sollte ein Mensch mit Demenz überhaupt mit zur Beerdigung?
Auf diese Fragen gibt es nicht die eine Antwort.
Denn Demenz verläuft bei jedem Menschen anders. Auch Persönlichkeit, Lebensgeschichte, Beziehungen und die jeweilige Situation spielen eine Rolle.
Nicht automatisch ausschließen
Gerade deshalb ist es wichtig, nicht vorschnell für einen Menschen mit Demenz zu entscheiden, dass eine Teilnahme zu belastend oder nicht mehr möglich sei.
Vielleicht versteht jemand nicht mehr jedes Detail.
Vielleicht kann eine Erklärung später nicht mehr erinnert werden.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Mensch nicht erleben, fühlen, erkennen oder auf seine eigene Weise Abschied nehmen kann.
Demenzfreundliche Bestattung bedeutet deshalb für uns, immer wieder die Frage zu stellen:
Was ist für diesen Menschen in dieser Situation möglich – und was braucht er oder sie dafür?
Nicht die Diagnose sollte bestimmen, ob jemand dazugehört. Der einzelne Mensch sollte unser Ausgangspunkt sein.
Demenzfreundliche Bestattung in Magdeburg
Unter dem Motto „Demenz: Zusammen Zukunft gestalten“ bringt der Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Menschen mit Demenz und Angehörige sowie Fachleute und ehrenamtlich Engagierte aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.
Dass dabei auch das Thema Abschied und Bestattung Raum bekommt, halten wir für wichtig.
Denn wenn wir über eine demenzfreundliche Gesellschaft sprechen, sollte diese Demenzfreundlichkeit nicht dort aufhören, wo Sterben, Trauer und Abschied beginnen.
Wir freuen uns deshalb sehr auf den Austausch in Magdeburg.
Demenzfreundlich – auch beim Abschied.